Wie hilft die Jubla-Aktivität "Bändeli knüpfen“ im Operationsaal beim chirurgischen Knöpfen? Corinne Zurmühle, Jahrgang 1986, reist zurück in ihre Jubla-Kindheit und beschreibt ihren Weg zur Fachärztin Orthopädie und Traumatologie und Uni-Dozentin und die gelernten Jubla-Kompetenzen, die sie bis heute begleiten.
Samstag, 1. März 2025
Fördern und fordern, danke Jubla-Rucksack!
Damals im Blauring
Angefangen hat die Jubla-Liebe und die Motivation sich für die Jubla zu engagieren in einem Sommerlager: «Wir waren als Blauring Bueri-Perle immer mit grosser Gruppe auf Wanderungen oder auf Stadtspielen unterwegs. Bei einer solchen Aktivität, in den 90-er Jahren, verlor ich den Anschluss und wurde tatsächlich vergessen. Die Schar war bereits auf der Retourfahrt im Postauto, als einer Leiterin auffiel, dass das Mädchen am Strassenrand (ich) auch noch dazugehöre. Das Postauto riss eine Vollbremse und ich wurde glücklicherweise doch noch eingesammelt. Damals als Blauring Mädchen dachte ich nicht gross über diese Situation nach. Doch genau diese Erinnerung hatte aber später Einfluss auf das 3x3, bei dem ich mitgearbeitet habe und nun der Satz «TN zählen» steht.»

Das 3x3 für Wanderungen. Bei "Vor dem Start" steht wegen eigenen Erfahrungen "TN gezählt".
Das Beispiel steht für eine typische Jubla-Situation von denen du sicher ebenso unzählige zu erzählen hast und bei denen du dann Lösungen findest und Hilfsmittel einsetzt, damit das Gleiche nicht nochmals passiert.
In der Rolle als Ausbildungsverantwortliche stärkte Corinne ihre Kompetenz darin, anderen Jubla-Mitgliedern etwas zu erklären und sie mitzunehmen – ohne zu belehren. Sie orientiert sich dabei an den eigenen Erfahrungen. Dies tat sie, indem sie die Umgebung so gestaltete, dass mit der nötigen Struktur (beispielsweise dem Hilfsmittel meisterwerk) und Sicherheit die optimale Umgebung zum Lernen herrschte.
So erstaunt es nicht, dass Corinne, wenn sie als Dozentin im Vorlesungsaal an der Uni steht, sich nach wie vor an diesen Werten orientiert. Sie und ihr Team wagen es und nutzen praxisorientierte Lehr- und Lernmethoden.
Im Gespräch erinnert sie sich an eine Arbeitskollegin, die Mühe hatte, chirurgische Knoten zu knüpfen. Ihr fehlte die Fingertechnik. In einem ruhigen Moment setzte sich Corinne mit ihr hin und überreichte ihr ein angefangenes Bändeli. Und siehe da: Bald beherrschte sie den einen Knoten einhändig, was definitiv zu mehr Geschicklichkeit im chirurgischen Kontext führte.
Ein voller Jubla-Rucksack
Wie du dir vorstellen kannst, steht sie auch heute immer wieder vor Herausforderungen. Beispielsweise dann, wenn die Anwesenden nicht darauf vorbereitet sind, dass sie als junge Person etwas einfach wagt (und kann), weil sie eben darauf zählen kann, dass sie die entsprechende Hilfe aus dem Jubla-Rucksack zücken kann. Dem Jubla-Rucksack, der während unzähligen Jubla-Engagements gefüllt wurde. Oder wie Corinne erzählt: «Die Zufriedenheit nach einer gelungenen Operation, bei der wir als Team aufeinander zählen durften, kann sich anfühlen wie damals ein erfolgreicher Kurs (mit Kursloch).»

