13. Februar 2017 / Esther Burri, Bereich Animation Jugendpastoral

Wie viel Netzwerk in nur einer Person stecken kann

Patrizia wurde in der Jubla St. Maria Emmenbrücke gross. Als 8-Jährige besuchte sie ihre erste Gruppenstunde. Noch heute engagiert sie sich für die Jubla, sie ist Mitglied der Fachgruppe International. Nach der Schule studierte Patrizia Wirtschaft. Heute arbeitet sie beim Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ als Bereichsleiterin Jugendparlamente. Im Gespräch verrät sie mir, wie sich die «Jubla Patrizia» und die «DSJ Patrizia» gegenseitig ergänzen – und inwiefern sie ihr ehrenamtliches und ihr professionelles Engagement unter dem Slogan «Netzwerk» verbindet.

Der DSJ ist das politisch neutrale Kompetenzzentrum für die politische Partizipation und die politische Bildung von Jugendlichen. Er erreicht dies über seine Angebote «easyvote» und «engage» sowie über die Jugendparlamente.

Im Gespräch erzählt mir Patrizia, dass ein Grund für ihre Tätigkeit beim DSJ die Chance auf professionelle Zusammenarbeit mit jungen Menschen ist. In ihrer Jugend engagierte sich Patrizia nicht nur in der Jubla, sondern auch als Jungpolitikerin. So kam sie mit dem DSJ in Berührung.

In der Jubla lernte ich viel für meine jetzige Arbeit

Patrizia stellt in ihrem beruflichen Alltag immer wieder fest, dass sie das in der Jubla erworbene «Rüstzeug» in der Arbeit einsetzen kann. Nach konkreten Beispielen gefragt, erzählt sie mir von jenen Momenten, in welchen es darum geht, etwas zu erklären: «Als Gruppenleiterin in der Jubla habe ich gelernt, dass es verschiedene Methoden gibt, die Visualisierung mit farbigen Blättern jedoch meist am erfolgreichsten ist.» Im Unterschied zu damals – sie beschreibt die Jubla als Experimentierfeld, das nicht leistungsorientiert ist – geht sie im beruflichen Kontext organisierter und strukturierter vor. Sie ist sich bewusst, dass die Jubla auch nach Mehrjahreszielen und Strategien arbeitet. Auch der DSJ tut das. Beim DSJ ist Patrizia jedoch viel näher am Geschehen und gestaltet dieses daher noch aktiver mit. «In der Jubla ist das «Rädli» Patrizia einfach viel kleiner als jetzt beim DSJ, wo ich eine leitende Funktion habe».

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Im Arbeitsalltag profitiert Patrizia viel von den Erfahrungen, die sie in der FG International machte: Jungwacht Blauring Schweiz als Mitglied von FIMCAP (Zusammenschluss aller weltweit aktiven katholischen Jugendorganisationen) organisierte im Jahr 2016 die General Assembly. Patrizia war im Organisationskomitee. Sie lernte, dass «Ja, ich mache es» nicht immer gleich verbindlich ist. Diese Erkenntnis lässt sie jetzt beim DSJ lockerer an Projekte herangehen. Sie hilft ihr, Verzögerungen in der Arbeit mit Ehrenamtlichen mit mehr Gelassenheit und weniger Frustration zu begegnen.

Über Herausforderungen und Rollenkonflikte

Wenn sich berufliches Engagement und ehrenamtliches Engagement ähnlich sind, dann kann dies auch zu Rollenkonflikten führen. Die «DSJ-Patrizia» und «Jubla-Patrizia» sind zwar die gleiche Person, sie agieren jedoch nicht immer gleich. In den Worten von Patrizia formuliert: «Als DSJ-Patrizia habe ich einen beruflichen Auftrag zu erfüllen, da muss ich auch entsprechend professionell auftreten. Als Jubla-Patrizia kann ich stärker mich selbst sein». In Momenten, in denen sie mit Menschen zusammenkommt, die sie aus der Jubla kennt, ist es hilfreich, dass sie die DSJ-Bluse tragen kann. Dies schliesst jedoch nicht aus, dass sich auch mal die Jubla-Patrizia einbringt.

Fazit: Vernetzung macht uns stark!

Für mich ziehe ich das Fazit, dass bei Patrizia im Arbeitsalltag und im Jubla-Alltag ganz viel Netzwerk stattfindet. Nur schon dadurch, dass Patrizia die beiden Verbände kennt und erkennt, wann der eine Verband vom anderen Verband profitieren kann.

Netzwerkarbeit

Netzwerkarbeit ist Beziehungsarbeit mit einzelnen Personen, Gruppen und Organisationen, die zusammenwirken und beeinflussen können. Netzwerkarbeit ist immer bezogen auf ein Projekt, einen Anlass oder ein Ziel.

Einzelne Gruppen und Organisationen haben Interesse und Ansprüche an Jungwacht Blauring und umgekehrt. Das sind z.B. Eltern, Ehemalige, Lehrpersonen, Behörden, Sportvereine, Pfarreirat, Firmen oder Geldgebende. Diese Personen, Gruppen und Organisationen nennen wir Netzwerkpartner.

Funktionierende Netzwerkarbeit ist abhängig davon, dass man sich gut kennt. Dieses Kennen wird gestärkt, wenn eine Jubla-Person sich durch ehrenamtliches, familiäres oder berufliches Engagement in die Rolle eines Netzwerkpartners begibt.