Glauben & Kirche

Was heisst «Glauben leben» in der Jubla?

«Glauben leben» implizit und explizit

Ein Grundsatz von Jungwacht Blauring lautet «Glauben leben». Darunter kannst du ganz Vieles verstehen: vgl. Wortwolke rechts.

Einiges davon mag vielleicht überraschen, weil es erst auf den zweiten Blick mit "Glauben" zu tun haben scheint (z.B. Singen am Lagerfeuer) und nicht explizit als solches benannt wird. Bei Anderem (z.B. Lagergottesdienst ist die Zuordnung einfacher. Darin zeigt sich, wie weit "Glauben leben" in der Jubla verstanden wird.

Ausformuliert heisst unser Grundsatz «Glauben leben» so:

«In Jungwacht Blauring erleben und feiern wir die Gemeinschaft untereinander und mit Gott. Gemeinsam gestalten wir Kirche mit und orientieren uns an der christlichen Tradition. Wir setzen uns für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität ein.»

Wie die Jubla dies leben will, findest du im Haltungspapier Glauben und Kirche:

Wortwolke_Glauben_leben.png

Jungwacht Blauring: Teil der Kirche

In welchem Sinn ist Jungwacht Blauring als Teil der Kirche zu verstehen? Der vorliegende Fachartikel aus der Schweizerischen Kirchenzeitung gibt Aufschluss darauf:

Sich für lebensbejahende Werte engagieren

In der Jubla setzen wir uns für Werte ein, welche das Leben des einzelnen Menschen, der Gemeinschaft und der Umwelt bejahen, wertschätzen und fördern. Diese Werte können aus der christlichen Tradition oder anderen Quellen begründet werden.

Prägende Momente bewusst herausheben und feiern

In der Jubla erlebst du als Kind und Jugendliche/r immer wieder Momente, welche für dein Leben prägend sind (z.B. die erste Gruppenstunde, Anfang und Ende des Lagers, die Aufnahme (und evtl. auch Taufe) als Leiter/in. Es ist wertvoll, wenn diese besonderen Momente auch symbolisch und mit einem Ritual aus dem Alltäglichen herausgehoben und gefeiert werden. Ob dies in einem Kirchengebäude oder ausserhalb geschieht, spielt keine Rolle: Feiern (auch gottesdienstliches) kann ebenso gut am Lagerfeuer, im Gruppenraum oder unter einem schattenspendenden Baum stattfinden. 

Spirituelle Seite in uns ansprechen

In der Jubla wird neben der körperlichen und der verstandesmässigen, auch die spirituelle Dimension angesprochen, die ebenfalls zu uns Menschen gehört. Deshalb nennen wir dieses Feiern und Herausheben auch «spirituelle Animation». «Spirituell» meint, mit etwas verbunden zu sein, das ausserhalb von uns selbst liegt. Etwas, worüber wir nicht verfügen können, das jenseits unserer eigenen Möglichkeiten liegt – aber dennoch zu uns gehört.

Religiöse Deutungsmöglichkeit

Je nach persönlichem Bezug und Schar-Tradition kann dieses «ausserhalb von uns liegende» religiös gedeutet werden. Wir nennen es in diesem Fall «Gott» oder «Geist Gottes» und finden darin einen persönlichen «Adressaten», wenn wir zum Beispiel für etwas in unserem Leben «Danke» sagen wollen – oder wenn wir für etwas bitten wollen, das über unsere eigenen Möglichkeiten hinausgeht. Das gemeinsame Feiern und Hervorheben kann sich an kirchliche Rituale anlehnen.

Begleitung durch Präsides

Die Jubla schenkt der spirituellen Dimension besondere Beachtung. Das zeigt sich besonders daran, dass Scharen in der Regel von einem/einer Präses begleitet werden. Präsides (Mehrzahl von Präses) haben unter Anderem die Aufgabe, Scharen dabei zu unterstützen, spirituelle Animation bewusst zu gestalten und in den Scharalltag einzubetten.

Die Kirche als Netzwerkpartner

In Jungwacht Blauring sind alle willkommen, unabhängig von ihrer religiösen oder weltanschaulichen Zugehörigkeit und Überzeugung. Aufgrund von Geschichte und Gegenwart ist die Jubla jedoch auf verschiedenen Ebenen eng mit der katholischen Kirche verbunden und strukturell gesehen Teil von ihr.

Das zeigt sich zum Beispiel daran:

  • Die meisten Scharen sind Teil pfarreilicher Strukturen und Angebote.
  • Präsides sind in der Regel von der kirchlichen Behörde in Absprache mit der Pfarreileitung und Schar angestellt oder ehrenamtlich tätig.
  • Auf kantonaler Ebene erhält Jungwacht Blauring ideelle und finanzielle Unterstützung durch die röm.-kath. Landeskirchen. Diese finanzieren grösstenteils die bezahlten Stellen (Kantonspräsides, Arbeitsstellenleitende) und die Infrastruktur der Arbeitsstellen.

Auf nationaler Ebene bestehen insbesondere Partnerschaften mit der Deutschschweizerischen Ordinarienkonferenz (DOK), dem kirchlichen Hilfswerk Fastenopfer und der Römisch-katholischen Zentralkonferenz (RKZ). Jungwacht Blauring arbeitet in verschiedenen Gremien und Publikationen im Bereich der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit der Deutschschweiz mit und ist Mitglied von FIMCAP, dem internationalen Dachverband von katholischen Jugendorganisationen, die in Pfarreien aktiv sind.